Release: 2. November 2018

Die Nacht

Seit vielen Jahren spielen die deutsche Cellistin Anja Lechner und der argentinische Gitarrist Pablo Márquez zusammen, mit ungewöhnlichen Konzertprogrammen und neuem Repertoire für Violoncello und Gitarre. Die gemeinsame Liebe zu dem Genre Lied und zur Musik von Franz Schubert wies den Weg zum vorliegenden Programm, das im Herbst 2018 bei ECM Records erscheinen wird.
2003, beim ersten Treffen im Rahmen eines Festivals in L’Abbaye de Royaumont nahe Paris, kam es zu einer inspirierenden Zusammenarbeit, bei der die beiden Musiker viele musikalische Gemeinsamkeiten entdeckten. Ihre individuelle Vielseitigkeit, ihre musikalische Vorliebe zu der Musik verschiedener Kulturen verbindet sie ebenso wie die Neugier auf neue Klänge. Mit eigenen Transkriptionen sowie Uraufführungen sind sie dabei das Repertoire für Cello und Gitarre immer mehr zu erweitern.

Im 19. Jahrhundert herrschte die weitverbreitete Tradition, Lieder mit der Gitarre zu begleiten. Über dreißig von Franz Schuberts Liedern – einschließlich Nacht und Träume – wurden schon zu Lebzeiten des Komponisten von mehreren Verlagen mit Gitarre veröffentlicht. Die hier zu hörenden Lieder (mit Ausnahme von Der Leiermann D.911 und der Romanze aus Rosamunde, die Anja Lechner und Pablo Márquez neu transkribiert haben) stammen alle aus einem Manuskript von Franz Xaver Schlechta von Wschehrd, der zum engsten Freundeskreis Franz Schuberts zählte. Das Herzstück des Programms ist die Sonate in a-Moll D.821, benannt nach der Arpeggione, einem heute fast vergessenem Instrument - oder auch Guitare d’amour oder Bogengitarre. Die „Arpeggione Sonate“ wird gewöhnlich auf dem Violoncello gespielt und der originale Klavierpart eignet sich, durch seine schwebende Durchlässigkeit, auch für die Gitarre besonders gut. In der Zwiesprache mit dem Cello entsteht so eine äußerst intime Klangsprache.

Wie ein Echo auf den Geist der Musik von Franz Schubert, wirken die wunderbaren, melancholischen Trois Nocturnes für Cello und Gitarre von Friedrich Burgmüller (1906-1874).